Mettmann - 18.10.07 - Jugendschutz - mehr Sensibilisierung und Kontrolle statt weiterer Verschärfung
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Anlässlich der anhaltenden Debatte über eine Verschärfung des Jugendschutzgesetzes zum Schutz vor Alkohol, Tabak und Gewalt-Videos erklärt der Mettmanner FDP-Kreisvorsitzende sowie sucht- und drogenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Detlef Parr MdB:
Wir haben ein vernünftiges Jugendschutzgesetz. Allerdings hapert es an der Umsetzung, da die Verantwortlichen ihrer Aufgabe nicht nachkommen. Anstatt Kinder und Jugendliche im verantwortungsvollen Umgang mit den Risiken des Alltags zu stärken, sollen Kinder zukünftig als Schnüffler Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz z. B. beim Alkoholverkauf aufdecken. Das ist aber Aufgabe der Ordnungsämter, Jugendämter und Polizei. Oft scheitern effiziente Kontrollen an den starren Arbeitszeiten der Ordnungshüter.
Die FDP-Bundestagsfraktion setzt sich vielmehr dafür ein, erfolgreiche Ansätze wie „Streitschlichte-Projekte“ und „Mentorenprogramme“ an Schulen, in denen Schüler Mitschüler bei Gewalt und Drogenproblemen ansprechen, gezielter gegen den leichtfertigen Umgang mit dem Problem Alkohol zu nutzen. Auch Schulungsinitiativen des Handels zur Einhaltung des Jugendschutzes, die für das Thema sensibilisieren, sind zielführender. Die gerade gestartete Initiative Jugendschutz „SchuJu“ ist vorbildlich. Sie richtet sich an Lehrer, Berufschullehrer, Mitarbeiter und Auszubildende im Handel, in der Gastronomie, in Hotels und bei Tankstellen. Diese Kooperation des Spirituosenverbandes, des Deutschen Einzelhandel, des Deutschen Hotel- und Gaststätteverbandes etc. setzt auf freiwillige Verpflichtungen. So werden die verantwortlichen Personen zur Umsetzung der gesetzlichen Bestimmungen erreicht.
Die FDP-Bundestagsfraktion setzt sich für eine konsequente Umsetzung des aktuellen Jugendschutzgesetzes ein. Gleichzeitig brauchen wir mehr Prävention, Aufklärung, kreative Projekte und auch freiwillige Verpflichtungen zur Verbesserung des Jugendschutzes. Man kann ein gesellschaftliches Phänomen nicht lösen, indem man die schwächsten Glieder – Kinder und Jugendliche – benutzt, sondern man muss die starken Partner einbinden und die jeweilige Verantwortung nachdrücklich einfordern. |